Odyssey to our New Life

English version coming soon…

Am 30.11.2023 um 17:30 Uhr war es endlich so weit: Benjamin und ich standen mit unseren zwei Koffern und zwei Handgepäckstücken am Frankfurter Flughafen, zusammen mit Familie und lieben Freunden, die gekommen waren, um uns auf unsere große Reise zu entsenden. In unserer Wohnung hatten wir eine halbe Stunde zuvor Benjamins Bruder zurückgelassen, der inzwischen hoffentlich die letzten Spuren unseres Chaos beseitigen konnte. 4 Pakete mit Kleidung, Tauchausrüstung, Gesellschaftsspielen und Erinnerungsstücken hatten wir noch am Vormittag des selben Tages bei der Post aufgegeben, unsere Hühner waren in den Tagen zuvor verkauft bzw. an Benjamins Familie abgegeben worden. Unsere letzten Wochen in Deutschland waren von morgens bis abends mit Besorgungen, Verabschiedungen, Papierkram, Ausmisten und Packen gefüllt gewesen. Trotz der langen Vorlaufzeit (Benjamins Visum war am 19. Januar, seinem Geburtstag, genehmigt worden) war also am Ende trotzdem wieder alles sehr überstürzt, und stressig bis zur letzten Sekunde.

Ein letztes Mal Hühner füttern

Da der Flughafen überfüllt und die Schlangen vor Sicherheits- und Passkontrolle sehr lang waren, ging die Hektik dort gleich weiter, und wir mussten uns leider schneller als geplant auf den Weg zu unserem Gate machen. Der Abschied war damit sehr plötzlich und kurz, aber dennoch alles andere als schmerzlos. Bis wir ein paar Stunden später im Flugzeug saßen, kamen uns immer wieder die Tränen. Der wunderschöne Abschiedsbrief von unserem lieben Freund Felix, den wir im Flugzeug anfingen zu lesen, gab uns den Rest. Schluchzend steckten wir ihn erst einmal wieder in den Umschlag, wir wollten ihn lesen, wenn wir unsere Fassung wiedererlangt hätten.

Wir machten uns zur Ablenkung eine Komödie an – Superintelligence mit Melissa McCarthy– und warteten auf den Start. Vergeblich: Zwei Stunden, nachdem wir unsere Plätze eingenommen hatten, standen wir immer noch auf dem Rollfeld. Laut der Durchsagen war etwas am Flugzeug kaputt, aber sie versuchten noch, es zu reparieren. Als es dann auf 23 Uhr zuging, griff das Nachtflugverbot. Wir mussten alle das Flugzeug verlassen, wieder durch die Passkontrolle zurück gehen und unsere Koffer an der Kofferausgabe einsammeln. Da der Flughafen inzwischen geschlossen hatte, war das eine gespenstische Erfahrung: wir liefen durch leere Gänge, standen vor verschlossenen Türen, warteten an einer unbesetzten Passkontrolle. Bis auf die Passagiere und die Besatzung unseres Flugzeugs war niemand mehr am Flughafen.

Es dauerte eine halbe Ewigkeit, bis endlich unsere Koffer kamen – wahrscheinlich waren die Gepäckabfertiger auch schon nach Hause gegangen. Schließlich war es dann aber soweit, und müde und emotional erschöpft standen wir unverrichteter Dinge nach 7 Stunden am Flughafen wieder in der Eingangshalle von Terminal 2. Irgendwann war dann auch für die letzten Passagiere ein Hotel organisiert und um 3 Uhr nachts kamen wir endlich in unserem Hotelzimmer an. Natürlich gab es dann auch kein Essen mehr, weder am Flughafen, noch im Hotel. Wir hatten Glück, zwischen Check-in und Abschiednehmen noch schnell ein paar Pommes und einen Burger in uns hineingestopft zu haben.

Unser neuer Flug sollte nun am nächsten Morgen mit Singapur Airlines anstatt mit Qatar stattfinden. Die Nacht war kurz: Um 7:30 Uhr standen wir schon wieder am Check-in.

Diesmal lief nun alles rund, Essen und Entertainment waren gut (wir schauten unter anderem den Super Mario Bros. Film), und nach ungefähr 12 Stunden landeten wir am 02.12.23 um 6:50 Uhr in Singapur. Ich hatte sogar einen Fensterplatz, und so konnte ich bei der Landung das Meer und die vielen Schiffe sehen, die vor Singapur vor Anker liegen. Die Sonne war gerade aufgegangen und das Licht war wunderschön.

Unsere Landung in Singapur

Übrigens: für alle längeren Verspätungen oder Flugausfälle an deutschen Flughäfen greift das Fluggastrecht gemäß EU-Verordnung EG261. Demnach stehen Passagieren je nach Länge der Verspätung und Entfernung des Zielflughafens Entschädigungen zu. Da Singapur mehr als 3.500km von Frankfurt entfernt ist und wir mehr als 4 Stunden verspätet dort angekommen sind, standen uns 600 Euro Entschädigung pro Person zu. Die Entschädigung kann man online beantragen und wurde in unserem Fall schon innerhalb weniger Tage auf unser Konto überwiesen. Für unseren Flug mit Qatar hatten wir „nur“ 433,80 Euro pro Person ausgegeben. Damit haben unsere Flüge nach Singapur quasi nichts gekostet und wir haben sogar noch 166 Euro pro Person dazu bekommen!

Singapore Changi Airport ist ein Erlebnis an sich. Es gibt Indoorgärten mit Palmen, ein Schmetterlingshaus, Einkaufsmöglichkeiten ohne Ende, und natürlich das „Jewel“, eine riesige, mehrere Stockwerke hohe Glaskuppel voller Pflanzen, aus deren Decke der größte Indoor-Wasserfall der Welt stürzt. Vor dem Weiterflug nach Melbourne waren wir abends dort, und so konnten wir sogar noch die Musik- und Lichtershow genießen, die im Dunkeln erst richtig zur Geltung kommt.

Das “Jewel” im Singapore Changi Airport

Durch den Ausfall unseres ursprünglichen Fluges waren wir zwar etwas kürzer als geplant in Singapur, aber wir hatten dennoch fast 3 Tage Zeit, um die Stadt zu erkunden. Ein ausführlicher Bericht folgt bald in einem separaten Blogeintrag, aber kurz zusammen gefasst: Wir haben das Arabische, Indische und Chinesische Viertel – dort war unser Hotel - gesehen, waren abends in den Gardens By the Bay und haben uns dort die Lichtershow angeschaut, haben eine kleine Wanderung am MacRitchie Reservoir gemacht, wo es Affen gab, waren in vielen Malls und Hawker Centern (Food Courts), sind die Orchard Road entlang gelaufen, waren lange im Fort Canning Park, sind viel Bus und Bahn gefahren und haben viel gegessen und wenig geschlafen.

Supertrees in den Gardens by the Bay

Das öffentliche Verkehrsnetz in Singapur hat uns besonders beeindruckt. Sowohl die Bahnen (MRT – Mass Rapid Transit) als auch die Busse sind modern, sauber, schnell und leicht zu verstehen. Wir haben uns den „Singapore Tourist Pass“ gekauft, mit dem wir für umgerechnet 16,50 Euro pro Person 3 Tage lang in ganz Singapur soviel Bus und Bahn fahren konnten wie wir wollten. Man kann theoretisch auch einfach sein Handy oder seine Kreditkarte beim Betreten und Verlassen der Bahnsteige an die Schranken halten, dann wird automatisch der richtige Betrag für die Strecke, die man gefahren ist, abgerechnet. Easy. Uber oder Taxi mussten wir gar nicht fahren, auch nicht zum Flughafen, und Eintritte haben wir auch nirgends gezahlt. Unsere Ausgaben haben sich somit auf Hotel, Essen und den Singapore Tourist Pass beschränkt. Insgesamt haben wir damit für 3 Tage Singapur 282,63 Euro pro Person ausgegeben.

Affen am MacRitchie Reservoir

Am 04.12.23 abends ging es dann weiter nach Melbourne. Wir hatten uns in Singapur extra ein Hotel rausgesucht, das eine Kofferaufbewahrung anbietet, und so konnten wir noch den ganzen Tag ohne unsere Koffer Singapur erkunden.

Xiao Long Bao und mehr im Din Tai Fung

Der siebenstündige Flug mit Jetstar von Singapur nach Melbourne kostete 210,38 Euro pro Person. Für unseren 8-tägigen Aufenthalt in Australien hatten wir noch nichts geplant oder gebucht, aber wir hatten vor, uns gleich am Flughafen ein Auto zu mieten, mit dem wir dann nach Sydney fahren wollten, denn von dort aus ging unser Flug weiter nach Christchurch.

In Australien darf man mit dem neuseeländischen Führerschein, den ich ja besitze, Autos mieten und fahren. Daher hatten wir uns nicht die Mühe gemacht, internationale Führerscheine zu beantragen oder die deutschen Führerscheine übersetzen zu lassen. Leider mussten wir allerdings feststellen, dass ich meinen neuseeländischen Führerschein in eine der Kisten gepackt hatte, die nun auf dem Postweg nach Neuseeland unterwegs waren, und wir daher kein Auto mieten konnten. Wir saßen also zunächst einige Stunden am Flughafen in Melbourne fest und versuchten, irgendwo ein Auto und eine Führerscheinübersetzung herzubekommen. Als wir einsehen mussten, dass das nicht auf die Schnelle klappen würde, buchten wir uns kurzerhand ein Airbnb in Melbourne (45,03 Euro pro Person) und nahmen ein Shuttle (13,47 Euro pro Person) in die Innenstadt. Außerdem hatte ich mir am Flughafen noch schnell bei Vodafone noch eine australische SIM-Karte mit 80 GB Internet für 18,39 Euro gekauft, damit wir uns in Melbourne und auf unserer weiteren Reise zurechtfinden würden.

Melbourne ist mit 5,2 Millionen Einwohnern sehr viel größer, als uns bewusst gewesen war.  Da unsere Koffer jeweils 30 Kilo wogen, bei einem Koffer die Räder kaputt waren, die Bürgersteige von Baustellen übersät und die Straßen länger waren als sie aussahen, dauerte es eine Weile, bis wir in unserer Unterkunft ankamen. Für den nächsten Tag war es uns gelungen, ein Auto (321,68 Euro für 6 Tage) und eine offizielle Führerscheinübersetzung (38 Euro) zu bekommen. Wir hatten also nur ein paar wenige Stunden in Melbourne, in denen wir die St Pauls Cathedral und die National Gallery of Victoria besichtigten (beides kostenlos) und ein wenig durch die Innenstadt schlenderten. Wir waren zu müde, um abends noch bis zum Strand zu laufen, um die Pinguine zu sehen – wie in Neuseeland gibt es im Süden Australiens auch Little Blue Pengiuns – , aber da uns Melbourne in den paar Stunden schon so gut gefallen hat, werden wir bestimmt nochmal wieder kommen. Es ist ja auch wirklich nicht weit von Neuseeland entfernt.

Die größte Buntglas-Decke der Welt in der National Gallery of Victoria.

Am nächsten Morgen wachte ich wegen des Jetlags sehr früh auf und konnte so ein wenig recherchieren, wo wir überhaupt mit dem Auto hinfahren wollten. Ich entschied mich dafür, zunächst in die entgegengesetzte Richtung, also nach Westen zu fahren. Dort befindet sich die Great Ocean Road, eine der angeblich schönsten Routen der Welt. Das haben wir dann auch gemacht, und es war wirklich wunderschön!

Tom and Eva Lookout

Über die Great Ocean Road wird es in nächster Zeit noch einen gesonderten Blogeintrag geben, in der ich unsere Route und Erlebnisse genauer beschreiben werde. Insgesamt haben wir 3 Tage auf der Great Ocean Road verbracht und 3 Tage auf der Strecke von Melbourne in den Norden nach Sydney. Dabei haben wir 3 Nächte im Auto auf kostenlosen Campingplätzen geschlafen (einfach auf den vorderen Sitzen im Schlafsack) und 3 Nächte in Airbnbs.

Aufwachen auf dem Campingplatz, pünktlich zum Sonnenaufgang

Koalas entlang der Great Ocean Road

Eintritt mussten wir nur für den Booderee Nationalpark bezahlen (4 Euro pro Person), ansonsten waren alle unsere Aktivitäten kostenlos. In den Airbnbs haben wir selbst gekocht und auf den Campingplätzen haben wir morgens und abends Brot mit Käse und Hummus, Gemüse, Kekse und Obst gegessen. Insgesamt haben wir für 8 Tage Australien 609,59 Euro pro Person ausgegeben (Mietauto, Sprit, Essen, Unterkünfte, Flughafenshuttle, SIM-Karte, Eintritt Nationalpark, Führerscheinübersetzung).

Ein wildes Wallabee im Booderee Nationalpark lässt sich von Benjamin streicheln.

Am Abend des 12.12.23 flogen wir dann schließlich mit Qantas für 244 Euro pro Person in drei Stunden von Sydney nach Christchurch, wo wir kurz nach Mitternacht landeten. Benjamins Vater holte uns am Flughafen ab und zu Hause hatte seine Frau sogar noch ein Willkommens-Nachtmahl für uns vorbereitet. Unser Zimmer war auch schon für uns hergerichtet und so fühlten wir uns sehr willkommen und konnten ganz in Ruhe in Neuseeland ankommen. Wir nahmen uns einen Tag Zeit, um einfach nichts zu tun, auszuruhen und uns auf dem Lifestyle Block umzuschauen, den Benjamins Vater uns seine Frau besitzen. Hier gibt es Pferde, Schafe, Ziegen, Enten, Hühner, Hunde, Katzen, Pfauen und seit Weihnachten sogar drei Alpacas!

Max, der Pfau

Remus, Sirius und Lucius

In den nächsten Tagen stand allerdings einiges an Erledigungen an. Wir eröffneten neuseeländische Bankkonten, besorgten uns Handyverträge, kauften ein Auto, schlossen eine Versicherung für unser neues Auto und eine Mitgliedschaft im AA (das ist hier der ADAC) ab, erneuerten meinen neuseeländischen Führerschein, beantragten eine IRD-number (Steuernummer) für Benjamin, und tätigten noch letzte Besorgungen für unsere viertägige Wanderung auf dem Paparoa Track, die wir am 18.12.23 begonnen (über diese Wanderung wird es ebenfalls noch einen separaten Blogeintrag geben).

Der Blick von Ces Clark Hut

Abendessen auf der Moonlight Tops Hut

Castle Hill

Pünktlich zu Weihnachten und zu meinem Geburtstag waren wir dann wieder in Christchurch. In der Zeit zwischen Weihnachten und Neujahr hatte Benjamins Vater einige Tage frei, sodass wir viel Zeit hier auf dem Lifestyle Block verbracht haben. Wir haben hier gerade Hochsommer mit Temperaturen zwischen 20 und 30 Grad Celsius, also haben wir zur Zeit häufig ein “barbie with saussies” zum Abendessen und die einzigen Schuhe, die wir brauchen, sind unsere “jandals” . Sweet as! ;)

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